(08/2007)
Zusammenfassung:
Die
Titius-Bode-Regel (a = 0,4+0,3*2n) ist eine empirisch zufällig
zutreffende Formel, die nur ganz ungefähr die Bahnpositionen der Planeten unseres Sonnensystems beschreibt. Das zeigt
schon, dass für den Planeten Merkur die Gleichung nur aufgeht, wenn mit einem
Trick n = -∞ gesetzt werden muß. Die Abweichungen der Formel von den
Positionen der beiden äußeren Planeten sind zudem erheblich. Es stellt sich die
Frage, ob das Sonnensystem nicht Muster für alle Rotationssysteme vom Makro-
bis zum Nanobereich sein kann.
Vergleich von
Rotationssystemen:
Weil der
empirische Zusammenhang der Planetenpositionen nach Titius-Bode keine theoretische Grundlage hat, stellt sich
die Frage, ob es eine bestimmte theoretische Systematik für die Positionen der
Planeten gibt.

Abb. 1
Eigentlich
müsste man annehmen, daß die Naturgesetze sich nicht ändern, nur weil die
Massen oder Ladungen unterschiedlich groß sind. Für die Planetenbahnen um die
Sonne müsste also das gleiche Bauprinzip gelten, wie für die Bahnen der
Elektronen um die Protonen. Es hat sich aber gezeigt, daß die Umlaufbahnen von
Elektronen, die alle die gleiche Masse haben, stets einen Abstand von einander
haben, der durch die konstante Drehimpulsdifferenz
h = 1,0546*10-34 [Js] (Plancksches Wirkungsquantum)
gegeben ist. Für
die Planeten kann man das nicht sagen, denn sie haben keineswegs die gleiche
Größe und Masse, wie Elektronen auf unterschiedlichen Bahnen. Nimmt man für
zwei umeinander rotierende Massen MZ
(Zentralgestirn) und MP
(Planet) an, daß sie beide Kugelform haben und sich auf Kreisbahnen bewegen,
dann ist das Trägheitsmoment der Kugelmassen
Θ = ΘZ + ΘP
= 2/5*(MZ*RZ2 + MP*RP2) [kgm2],
und das
Trägheitsmoment des Rotationssystems insgesamt
J =
C + Θ = (MZ*rZ2 + MP*rP2) + Θ [kgm2]
Da MZ*rZ = MP*rP
wird J = MP*rP2*(1 + MP/MZ) + Θ
Wir stellen fest, daß die Massen MZ und MP, sowie das Trägheitsmoment Θ konstant sind. Das Trägheitsmoment J des Systems ist hier also nur abhängig vom Quadrat des
Abstandes (Masse 2 vom Schwerpunkt des Systems) rP.
Der Drehimpuls des Systems ist dann
L =
J * ω = J * (F/(MP*rP))0,5
=
J * ((G*MZ*MP/D2)/(MP*rP))0,5 [Js]
D =
rZ + rP = rP*(1 + MP/MZ) [m]
L =
MP*rP2*(G*MZ/rZ3)0,5
+ Θ *(G*MZ/(rP3*(1+MP/MZ))0,5
=
MP *(G*MZ*rP)0,5
+ Θ *(G*MZ
/rP3)0,5/(1+MP/MZ) [Js]
Setzt man in dieser Formel die folgenden
Werte ein
MZ ~ 2*1030 [kg] und MP ~ 6*1024 [kg],
wie sich das ungefähr bei dem System
Sonne÷Erde verhält und rechnet man weiterhin mit
rP ~ 1,5*1011
[m]
RZ ~ 7*108 [m] RP ~ 6,3*106 [m]
ω ~
2*10-7
[m] Θ ~
3,92*1047 [kgm2]
dann erhält man
L ~
(1,35*1047 + 3,92*1047) * 2*10-7 ~ 1,05*1041 [Js]
Geht man weiter wie Bohr vor, d. h. den Drehimpuls für Bahnen der beiden Körper zu berechnen, die dem Muster rPn = n2*rP gehorchen, dann erkennt man (s. Abb. 2), daß der Einfluß von Θ geringer wird, je größer der Abstand zwischen den Körpern wird.

Abb. 2
Also sinkt zunächst der Drehimpuls von einem hohen, durch die Trägheitsmomente (ΘZ und ΘP) der Körper beeinflussten Wert, auf einen niedrigeren Wert, der zunehmend mit rP durch das Trägheitsmoment J des Systems bestimmt wird.

Abb. 3
Deshalb ist ΔL = Ln+1
– Ln bei geringer Entfernung der Körper
von einander sehr groß. Die Originalposition des Planeten ist in den Abbildung
2 und 3 unter n = 1
eingezeichnet. Je
größer die Entfernung der Körper von einander wird, um so mehr nähert sich der
Anstieg der Geraden dem Wert
ΔL =
MP*(G*MZ)0,5*(rP20,5 – rP10,5).
Ähnlich verhält es sich auch mit dem
System Proton÷Elektron im Wasserstoffatom.
Dazu folgender Vergleich:

Geht man (fast wie Bohr) davon aus, daß das System Proton÷Elektron (Wasserstoffatom) um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisförmig rotiert, dann ist die
gegenseitige Anziehung der Körper
F = k0*e2/D2 = k0*e2/(rP + rE)2 = k0*e2/(rE2*(1+mE/mP)2) [N] (1)
Das Trägheitsmoment des Systems ist
J =
mE*rE2*(1 + mE /mP) + Θ [kgm2],
sein Drehimpuls
L = J*ω [Js]. (2)
Die auf die Körper wirkende
Zentrifugalkraft ist
zFE = mE*4*π*rE / T2 = mE *rE *ω2 (3)
=
mE *rE *L2/[mE*rE2*(1+mE/mP) + Θ]2 [N]
Vergleicht man die beiden Beträge im
Nenner dieser Formel, dann fällt auf, daß selbst bei einem Radius von rE = 5,289*10-11 [m]
das Verhältnis von mE*rE2*(1+mE/mP) / Θ ~ 2,6*106 ist.
Abb. 4
Das Trägheitsmoment Θ kann also in dieser Rechnung vernachlässigt werden. Gleichsetzung von Formel 1
und 3 und Berücksichtigung von Formel 2 ergibt dann
rE = L2/k0*e2*mE, L =
(rE*k0*e2*mE)0,5 ≡ h

Abb. 5
Das entspricht genau dem Bohrschen Postulat.
Berechnet man
nun den Drehimpuls für die nächst höheren Bahnen n mit rn = r1*n2, dann erhält man für das
System Proton÷Elektron
Mit ∆r =
(rE2 - rE1 ) = rE1*n12 - rE1*n22
∆L =
(rE*k0*e2*mE)0,5 * Dn (s.
Abbildungen 6 und 7)
Wenn ∆n =
1 dann ∆L =
h

Abb. 6
In Abbildung 5 wurde die Position des
Elektrons auf der 1. Bahn mit dem Symbol „o“ bezeichnet. Das Symbol „∆“
bezeichnet in den Abbildungen 6 und 7 die Position des angeregten Elektrons auf
dem Niveau der 3. Bahn. Interessant ist, daß selbst bei steigendem Niveau ∆L nicht konstant ist, wenn auch die
absoluten Werte sich nur wenig unterscheiden. Es soll hier auch nur auf das
Prinzip hingewiesen werden.

Abb. 7
Zitat [1]:
Es ist ein glücklicher Zufall, daß die Bohrsche Theorie zum richtigen Resultat
für die Energieniveaus des Wasserstoffatoms führt. Es kommt ziemlich häufig
vor, daß man ein richtiges Ergebnis mit einer falschen Begründung erhält.
Zitat Ende.
Wieso ist die Annahme der
Elektronenrotation falsch? Wie kommt man darauf, das Elektron als stehende
Welle zu beschreiben? Immerhin ist die Berechnung in Übereinstimmung mit der
Ermittlung der Bahndaten von Himmelskörpern. Warum sollte sich das zwar
wesentlich kleinere System grundsätzlich von Systemen unterscheiden, die sich
überall im Weltraum befinden?
Berücksichtigt man zusätzlich, daß Proton
und Elektron jeweils noch eine eigene Rotation (Spin)
haben, dann ist ein Vergleich mit Systemen im All durchaus berechtigt.
Zitat [2]:
Dieses Ergebnis bedeutet, daß alle
Wasserstoffatome in 10-11 [s] kollabieren würden, wenn man annimmt,
daß das Elektron in der Bohrschen Bahn des Grundzustands seine Energie nach
klassischer Vorstellung abstrahlt. Bohrs Ausweg aus diesem ernsthaften Problem
bestand darin, zu postulieren, daß Elektronen im Grundzustand nicht strahlen
können…
Zitat Ende.
Zu diesem Zitat die Frage, wieso die
Atome kollabieren sollten? Dann müssten auch die Rotationssysteme (Grundzustand?) der Himmelskörper kollabieren. Die
Systeme Sonne÷Merkur, oder Sonne÷Erde strahlen auch keine Energie ab, sondern
befinden sich in einem stabilen Rotationszustand, soweit wir das in der uns in
dieser Welt zur Verfügung stehenden Zeit feststellen können.
Für das System
Sonne÷Merkur würde sich unter diesen Annahmen allerdings der Drehimpuls L erheblich ändern (Abbildung 8) und damit auch ∆L (Abbildung 9).

Abb. 8

Abb. 9
Ein ähnlicher
Zusammenhang L = f(n)
besteht für alle übrigen Planeten. Allerdings sind die Werte für die einzelnen
Planeten sehr unterschiedlich wegen ihrer Masse und ihres Abstandes vom
Zentralgestirn, was für die Elektronenbahnen des Wasserstoffatoms nicht zutrifft.
Am Beispiel des Planeten Jupiter kann erkannt werden, daß der

Abb. 10
Planet
theoretisch durchaus andere Umlaufbahnen einnehmen kann.
Würde
er auf der Erdbahn die Sonne umrunden, dann würde er ebenfalls eine Umlaufzeit
von 1 Jahr haben, allerdings würde die Sonne erheblich mehr ausgelenkt werden,
als das die Erde bewirkt.
Abbildung
10 zeigt diesen Zusammenhang. Die tatsächliche Position des Planeten Jupiter (Tsid = 11,86 [a]) wurde mit dem
Symbol „o“ bezeichnet. Anders als das Elektron des Wasserstoffatoms könnte
Jupiter jede x-beliebige Bahn ohne konstantes ∆L zwischen den einzelnen Bahnen haben. Das
gilt auch für alle anderen Planeten, die sich insofern vom Verhalten des
Elektrons grundsätzlich unterscheiden.

Abb. 11
Abschätzungen [3] geben die Massendichte [MØ/pc3] in Galaxien oder Sternsystemen wieder. Diese Angaben sind jedoch ohne Wert wenn es um die Struktur der beobachteten Objekte geht. Das soll am Beispiel des Sonnensystems demonstriert werden. Trägt man die Massendichte nach dem Muster auf
ρn = Mn/Vn
= ∑Mn
/(4/3*π*Dn3) [kg/m3]
wobei Dn = Abstand des Planeten n (Symbol „o“) mit der Masse Mn vom Zentralgestirn (Symbol „♢“)
über dem Abstand Dn
auf, erhält man die Abbildung 11, bzw. Abbildung 12, wenn ρ = f(ln D).

Abb. 12
∑Mn = M0
+ M1 + M2 ÷ + Mn [kg]
Da
die Gesamtmasse ∑Mn
im wesentlichen von der Masse des Zentralgestirns bestimmt wird (∑Mo = 0,0015 * M◇),
ist die in Abb. 12 (Symbol
„✳“ steht für die Planetoiden) gestrichelt gezeichnete Gerade im
Grunde abhängig von dem der Berechnung zugrunde liegenden Volumen Vn.
Hier: ρ ≈ 4,7*1029 / D3 [kg/m3]
Das
heißt aber auch, daß über diese Berechnung nichts über die jeweilige Position
des Planeten ausgesagt werden kann. Das kann aber auch auf die Situation in
Galaxien und die dort angegebenen Massendichten übertragen werden.
Höchstwahrscheinlich
ist die jeweilige Position eines Planeten, oder auch eines Gestirns, rein
zufällig. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sich die Planeten aus gut
verteilter Masse im betreffenden Raum gebildet haben, oder gar vom
Zentralgestirn eingefangen wurden. Selbst die unterschiedliche Zusammensetzung
und die Struktur der Planeten wird bestenfalls durch die im betreffenden Raum
ehemals vorhandene Masse bestimmt, falls der Planet nicht eingefangen wurde.
Sollte
jedoch das Muster, das in unserem Sonnensystem bestimmend ist, auch auf die
übrigen im All vorhandenen Systeme zutreffen (was sehr wahrscheinlich ist), dann sollten alle Galaxien Zentren
haben, die den Rest der Galaxie bei weitem an Masse übertreffen. Ob es sich bei
diesen Zentren um sogenannte „schwarze Löcher“ handelt, hängt von dieser Masse
ab, wobei diese Massen sicher in den seltensten Fällen Massen aus ihrer
Umgebung „schlucken“, denn die Rotation der umlaufenden Gestirne wird um so
größer, je näher sie dieser Masse kommen. Damit wird auch die auf sie wirkende
Zentrifugalkraft größer. Nur in ganz jungen Systemen dürfte das Gleichgewicht
zwischen den beteiligten Massen noch gestört sein. Sicherlich werden aber bei
enormen Massen die von ihnen ausgehenden Signale (Licht, etc.) gestört, bzw.
deren Aussendung völlig verhindert.
[1] J.
Orear, Physik, C. Hanser Verlag 1982/85, S. 582
[2] J.
Orear, Physik, C. Hanser Verlag 1982/85, S. 586
[3] Zimmermann-Weigert; Lexikon d. Astronomie, 8. Aufl. 1999. S. 246 f.


