Einstein vereinfacht zu früh 

Zusammenfassung:

Vertiefung des Themas "Einstein schaut dem Licht hinterher". Ein kapitaler Gedankenfehler: Jeder kann sich davon überzeugen, dass er Lichtsignale auffängt. Seinen eigenen Signalen kann Niemand hinterher schauen!

Man kann mit einigem Recht annehmen, dass EULER über die mutwillige Auslegungen einer Reihenentwicklung durch EINSTEIN entsetzt gewesen wäre.

1. In seinem Aufsatz „Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie“*) wird folgender Ausdruck als Reihe entwickelt:

m*c2 *  (1 / (1 – v2/c2)0,5 – 1) = m*c2 + m*v2/2 + 3/8*m*v4/c2 +  ………, was zunächst auch richtig ist. Auch seine Bemerkung „Das 3. dieser Glieder ist gegenüber dem zweiten, in der klassischen Mechanik allein berücksichtigten, stets klein, wenn v2/c2 klein gegen 1 ist“ kann nicht kritisiert werden. Nur ist in der Relativitätstheorie die Geschwindigkeit v definitionsgemäß nicht klein gegenüber c, sondern die Relativitätstheorie soll nach EINSTEIN vor allem für Objekte gelten, die eine relative Geschwindigkeit (zum Beobachter) besitzen, die nahe der Lichtgeschwindigkeit c ist. Mit v2/c2 ≈ 1 konvergiert die Reihe gegen ∞, also können die, dem 2. Glied folgenden, Glieder keineswegs vernachlässigt werden.

Einstein überträgt seine Erkenntnis, die er aus der Zeitdilatation bekommen hat, hier auf das energetische Verhalten von Massen allgemein, also nun nicht mehr nur auf Lichtsignale (mL), sondern auch auf schnell bewegte große Massen (m von Raketen, Objekten allgemein).

2. Auch die Definition von Inertialsystemen ist außerordentlich seltsam. EINSTEIN behauptet, daß die Lichtgeschwindigkeit in allen Inertialsystemen  konstant ist. Er wirft jedoch alle gleichmäßig bewegten Inertialsysteme in einen Topf. Es ist aber ein großer Unterschied, ob man für ein emittierendes oder ein empfangendes Objekt das Inertialsystem  definiert. Betrachtet man beispielsweise einen strahlenden Sender (Stern, Sonne, etc.), dem sich ein Objekt mit Beobachter (Rakete, Satellit, etc) nähert, dann ist der Sender ein Inertialsystem-1, von dem aus Lichtpulse in Lichtgeschwindigkeit emittiert werden. Diese Pulse gehören dauerhaft zum Inertialsystem-1 „Sender“ und behalten ihre Geschwindigkeit auch wenn sie das Inertialsystem-2 „Empfänger“ streifen (berühren oder auftreffen). Von der Relativbewegung des Empfängers zum Sender lassen sie sich nicht beeinflussen. 


Es muß also klar unterschieden werden, welches System Licht emittiert und welches System (bzw. Beobachter) dann das Licht empfängt. Die Geschwindigkeit des Empfängers spielt nur insofern eine Rolle, als der Abstand der empfangenen Pulse kürzer oder länger wird, je nach Richtung seiner Bewegung. Diese Überlegung gilt auch für relativ zueinander bewegten, „normalen“ Objekten (Raumfahrzeug, Satellit, etc). Es muß stets nur unterschieden werden, von welcher Sichtweise das Problem betrachtet wird: Beobachter oder beobachtetes Objekt!


 *) A. Einstein; Vieweg-Verlag, 23. Auflage 1988/97, S. 30


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Aktualisiert:7.12.2015, Copyright: G. Dinglinger, 41564 Kaarst  Mail: gdinglinger@gmx.de